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Grün Kommt


An der Ampel. Es ist rot. „Grün kommt!“ steht auf einem zusätzlichen Lichtzeichen in weißer Schrift auf schwarzem Grund. Der Hinweis will beruhigen. Er soll motivieren stehen zu bleiben, auch wenn es der Passant noch so eilig hat; auch wenn weit und breit kein Auto zu sehen ist; auch wenn alle anderen wider die Verkehrsordnung und ohne gutes Beispiel für die Kinder, die Fahrbahn überqueren.

„Rot“ stoppt uns, lässt sich die Energie in uns anstauen. Was geht Menschen beim Warten durch den Sinn? Was beobachten sie? Worauf warten sie? Was setzt unter Druck? Ist Warten eine Gelegenheit inne zu halten, nach- oder vorauszudenken? Was geschieht im vermeintlichen Stillstand?

Bei „Grün“geht es los! Grün bedeutet Vision, Hoffnung, dass es weiter geht; Grün ist die Natur: wachsend, belebend, beruhigend.

Was gehen Menschen an? Auf was gehen sie zu? In welchen Rhythmen bewegen sie sich und wie verhalten sie sich zu anderen?

Wie leben Menschen in Erwartung einer ungewissen Zukunft? Welches Leben wünschen sie sich - fürjetzt sofort und für die Zukunft? Was wollen sie? Was fürchten sie? Welches Verhalten ist (noch) denkbar? Was könnten wir, was haben wir miteinander zu tun?

„In welcher Gesellschaft wollen wir leben?“ (Motto der Kampagne „dieGesellschafter.de“ der „Aktion Mensch“ in diesem Jahr.


Vorgehenweise

Das Projekt „Grün kommt“ geht von der konkreten Straßen-Situation aus und verfolgt künstlerisch die daraus resultierende Fragen und Vorstellungen. Dies geschieht mit unterschiedlichen Medien (Theater, Tanz, Musik, Video, Text) und Arbeitsweisen (Theatrical Research, Open Space, ästhetische Dialoge). In Workshops in verschiedenen sozialen Umfeldern (Schulen, Gemeinden, Vereine, Unternehmen) kommen Menschen aus unterschiedlichen Lebensbezügen zusammen und tragen ihre Erfahrungen bei. Über Methoden der Theaterarbeit kommen Fragen über das Hier und Jetzt, das Woher und das Wohin ins Spiel. Im Zusammenspiel entstehen aktuelle Bilder der gesellschaftlichen Bezüge, in denen sich Menschen verschiedenen Alters und sozialer Umfelder heute erleben. Sich über diese Geschichten, Zustandsbeschreibungen und Visionen auszutauschen bedeutet den ersten Schritt und das erste Ziel dieses Projektes.

Im zweiten Schritt wird eine Performancegruppe aus besonders interessierten und fähigen Teilnehmenden aus den Workshops und professionellen Künstlern gebildet. Im fortschreitenden künstlerischen Prozess entstehen Szenen, Choreografien und Performancestücke, die über den Rahmen der Workshopsituation hinaus wirkungsvoll sind. Sie werden weiterbearbeitet und in Fragmenten vor Publikum präsentiert werden. Die Gruppe spielt hierzu auf Straßen und Plätzen, sowie bei gesellschaftlichen Anlässen verschiedener Art. Aus der Konfrontation mit den Zuschauern entstehende Ideen fließen wiederum in die Arbeit ein.

Die so gesammelten gesellschaftlichen Erfahrungen und deren ästhetische Beschreibung und Kommentierung bilden schließlich den Stoff für ein Stück, das in Theatern, und an anderen Orten des gesellschaftlichen Diskurses zur Aufführung kommt. Die Wahl der äußeren Form soll dabei abgewartet werden. Ob es sich am Ende bei „Grün kommt“ um eine Montage verschiedener Spielweisen und Medien oder einer Fokussierung auf einzelne Ausdrucksformen wie der eines Tanztheaters oder einer dramatischen Form handelt muss sich aus dem künstlerischen Prozess ergeben.

 


Projektleitung

Neben Matthias Gräßlin als Leiter der Theaterwerkstatt Bethel wird das Projekt von dem New Yorker Gastkünstler Richard Oquita geleitet. Wie Matthias Gräßlin hat auch Richard Oquita Erfahrungen mit verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen. Er arbeitete in den USA als Tänzer und Schauspieler. Er fotografiert und filmt, schreibt. Darüber hinaus experimentiert er seit geraumer Zeit mit offenen Präsentationsformen wie etwa inszenierten Salons.

Für „Grün kommt!“ bedeutet dies: Als Besucher der bundesrepublikanischen Gesellschaft agiert er mit fremdem Blick, animiert uns, uns selbst als Besucher unserer Gesellschaft zu sehen und uns zuzuschauen und zu befragen, wenn wir an der Ampel stehen bis „Grün kommt“. Stilistisch erwartet uns ein interessanter Austausch von durchaus unterschiedlichen Herangehensweisen, Trainings- und Ausdrucksformen. So bekommt das Volxtheater der Theaterwerkstatt Bethel durch Ric Oquitas Mitarbeit frische Impulse. So sollen populäre Mittel des Musicals, von Shows und Soaps zur Verwendung kommen und in der Konfrontation mit dem Alltagsmaterial konterkariert werden.


Projektstruktur

Phase 1: Februar 2007
Workshops in verschiedenen Bezügen wie etwa Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, Gemeinde, Schule, Hochschule, Fachtagungen

Phase 2: Februar/ März 2007
Bildung einer offenen Performancegruppe, Fortsetzung der Arbeit mit künstlerischen Mitteln in sechs wöchentlichen Treffen sowie sechs Aktionen in der Öffentlichkeit

Phase 3: März bis Juni 2007
Erarbeitung eines eigenen Stückes an drei Wochenenden. 3 Aufführungen in der Theaterwerkstatt Bethel; weitere Gelegenheiten bieten u.a. der Protesttag behinderter Menschen am 5. Mai 2007, der Deutsche Evangelische Kirchentag in Köln, Nachtreise 5 und die Uni Theatertage.


Termine

Offene Theaterwerkstätten am Donnerstag 8. Februar und 8.März, 20 bis 22 Uhr

Workshops für Kinder: Samstag, 17.Februar., 17. März, 12. Mai, 16. Juni, 14 bis 17 Uhr in der Theaterwerkstatt Bethel, Kosten: 10 Euro€ pro Treffen

weitere Termine und Orte für Workshops werden noch bekannt gegeben

Premiere „Grün kommt“: 4., 5. und 6. Mai (Aktionstage zum Europäischen Protesttag der Menschen mit Behinderungen

Weitere Aufführungen und Aktionen bei der Nachtreise 5, dem Ev. Kirchentag in Köln und den Uni-Theatertagen


Presse

Neue Westfälische - 27 Januar, 2007
kulturamt Bielefeld
Warten Auf Grün- 1 Mai, 2007
Szenische Rosen im Asfalt (Review)- 8 Mai, 2007


Fotos


Ric and co-director, Matthias Gräßlin collaborated on a project in November 2006 called "Und Raus Bist Du". This dance-theatre piece, performed with a small ensemble at Zions Kirche in Bethel, Bielefeld, launched and inspired the team creating "Grün Kommt." Ric is pictured here with Kai Büchner.

 

 

 

 

Ric with the company of "Grün Kommt" at the University of Bielefeld on July 2nd, 2007

 


 

 


Kooperationspartner

Das Projekt wird gefördert durch die Stiftung der Sparkasse Bielefeld.

Für das Projekt sind verschiedene Kooperationspartner angefragt, insbesondere im Zusammenhang mit der Durchführung der Workshops und Aufführungen:

Aktionskreis behinderter Menschen e.V./ Cafe 3B
Landesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater e.V.
Caritas Bielefeld
Universität Bielefeld - Ästhetisches Zentrum, Fakultät für Pädagogik, Laborschule
Stadt Bielefeld – Kulturamt, Schulen
Verschiedene Einrichtungen der vBA Bethel - Behindertenhilfe, Zionsgemeinde, F.v.B.-Schule


 
Ric@Oquita.com | P.O. Box 804, New York, NY 10116